A ... A

Stadt Waldkraiburg
Stadtplatz 26
84478 Waldkraiburg


Telefon: (08638) 959 0
Telefax: (08638) 959 200

 

E-Mail: stadt(at)waldkraiburg.de

Impressum

Was in Waldkraiburg los ist, zeigt Ihnen Waldkraiburg-TV



Auftakt zur Fair Trade Stadt


Am 10. April fand die Auftaktveranstaltung zum Projekt „Fair Trade Town" im Haus der Kultur statt. Die Black Box war dabei fast voll besetzt mit Vertretern aus Politik, Industrie, Geschäftswelt, Vereinen, Schulen und vielen weiteren interessierten Bürgerinnen und Bürgern.


Stadtrat Dr. Frieder Vielsack führte durch den informativen und kurzweiligen Abend, der vor allem über die Hintergründe und konkreten Auswirkungen des fairen Handels informieren wollte. „Jeder von uns kann einen kleinen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten", mahnte der Mitinitiator in seiner Begrüßung. „Kinder sind für die Hersteller wichtig - als Zielgruppe. Dass dafür andere Kinder schuften müssen, wissen die Hersteller seit Jahren. Fair Trade verbessert die Arbeits- und Lebensbedingungen von Familien in Entwicklungsländern."


Bürgermeister Robert Pötzsch freute sich, dass beinahe ein Jahr, nachdem Joachim Grytzek ihm seine Idee vorgestellt und er spontan seine Unterstützung zugesagt hatte, nun diese Veranstaltung in der vollen Black Box stattfinden konnte. „Nachdem im Oktober der Stadtrat parteiübergreifend einstimmig beschlossen hat, Fair Trade Town zu werden, hoffe ich, wir können viele weitere Waldkraiburger dafür begeistern, sich der Sache anzuschließen."


Nach zwei kurzen Filmen, die über die Mechanismen von Fair Trade informierten und auch die Lebensbedingungen von Kleinbauern, die dem freien Markt unterworfen sind, beleuchteten, ging Johanna Schiller vom FAIR Handelshaus Bayern eG genauer auf Definitionen, Siegel und Bedingungen ein. Zum Beispiel solle Fair Trade den Kleinbauern langfristige Handelspartnerschaften auf Augenhöhe bieten, bessere Handelsbedingungen und die Sicherung der Rechte von besonders benachteiligten Personengruppen wie Frauen und Kindern. Für den Verbraucher sei es entscheidend, dass fairer Handel tatsächlich passiere, denn wer mehr bezahlt, wolle auch eine tatsächliche Verbesserung sehen. Leider sei der Begriff rechtlich nicht geschützt, verschiedene Siegel böten aber die Sicherheit, dass die Bedingungen des fairen Handels auch eingehalten werden (weitere Informationen dazu über www.forum-fairer-handel.de/fairer-handel/faire-produkte-erkennen). Mit anschaulichen Beispielen aus der ganzen Welt veranschaulichte Johanna Schiller, wie auch anschließend Carina Bischke, wie verschiedene Kooperativen, Unternehmen oder Initiativen diese Bedingungen erfolgreich umsetzten und dabei Verbesserungen für alle erreichten - z.B. indem sie mit den zusätzlichen Geldern Schulen und Krankenhäuser finanzierten.


Carina Bischke von Fair Trade Deutschland stellte anschließend die Fair Trade Standards genauer vor. Über allem sollte immer der Begriff Nachhaltigkeit stehen. Im ökologischen Bereich spreche man über Listen von verbotenen Substanzen oder einen umweltfreundlichen Anbau. Die ökonomischen Standards garantierten z.B. feste Mindestpreise und ermöglichten Vorfinanzierungen für Kleinproduzenten. Im sozialen Bereich stünden sichere Arbeitsbedingungen, die Verhinderung von Diskriminierung und Kinderarbeit sowie Infrastrukturmaßnahmen auf der Liste.

 

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung


Um Fair Trade Town zu werden gebe es fünf Kriterien, die in der Stadt Waldkraiburg zum Teil bereits erfüllt sind: Es muss einen Stadtratsbeschluss geben, eine Steuerungsgruppe muss sich bilden, Fair Trade Produkte müssen verfügbar gemacht werden und die Zivilgesellschaft, zum Beispiel Schulen, Kirchen und Vereine, müssen sich bereit erklären, diese auch zu verwenden. Zum Schluss muss auch noch ein gewisser Anteil an Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden, um das Bewusstsein für das Thema zu stärken. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, kann man seine Bewerbung einreichen und die Auszeichnung wird verliehen.