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Altöfen: Die letzte Übergangsfrist ist abgelaufen
Seit 1. Januar 2025 können betroffene Altanlagen nicht mehr auf die letzte Übergangsfrist verweisen. Ein pauschales Verbot aller Holzöfen gibt es dadurch nicht. Entscheidend sind Anlagentyp, Nachweise, eine vorschriftsmäßige Nachrüstung und mögliche Ausnahmen.
Die rechtlichen Vorgaben
Darf mein Ofen weiterlaufen?
Altanlagen bis März 2010
Für Einzelraumfeuerungsanlagen, die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden, nennt § 26 Abs. 1 der 1. BImSchV folgende Grenzwerte:
Staub
Kohlenmonoxid (CO)
Der Nachweis erfolgt durch eine Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers oder durch eine Messung des Schornsteinfegerhandwerks. Fehlt der Nachweis, greift grundsätzlich die Pflicht zur Nachrüstung nach dem Stand der Technik oder zur Außerbetriebnahme. Ein Austausch ist ebenfalls möglich.
Die letzte Frist endete am 31. Dezember 2024 für Geräte mit einem Datum auf dem Typschild vom 1. Januar 1995 bis 21. März 2010. Für ältere Geräte endeten die Fristen bereits früher.
§ 26 der 1. BImSchV: Altanlagen und Ausnahmen · Erläuterungen des Bundesumweltministeriums
Neuere Öfen
Errichtung vom 22. März 2010 bis 31. Dezember 2014: Für diese Geräte gilt grundsätzlich Stufe 1 der Typprüfungsanforderungen. Allein durch den Jahreswechsel 2024/2025 mussten sie nicht auf Stufe 2 umgerüstet werden.
Errichtung ab 1. Januar 2015: Für übliche geschlossene Scheitholz-Kaminöfen gelten in der Typprüfung nach Stufe 2 unter anderem 0,04 g/m³ Staub und 1,25 g/m³ CO. Für andere Feuerstättenarten gelten teilweise andere Werte; auch der Mindestwirkungsgrad ist zu beachten.
Die genannten Emissionswerte beziehen sich auf 13 % Sauerstoff im Abgas. Die Werte für Altanlagen und die Anforderungen bei der Typprüfung neuerer Geräte sind zu unterscheiden.
Ihr nächster Schritt: Halten Sie Typschild, Herstellerbescheinigung und vorhandene Unterlagen bereit. Lassen Sie vom zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger klären, welche Regelung für Ihre Anlage gilt. Wenn der zulässige Weiterbetrieb Ihres alten Ofens ungeklärt ist, lassen Sie dies vor der nächsten Nutzung prüfen.
Von den Übergangsregelungen des § 26 Abs. 1 und 2 ausgenommen sind:
- nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen unter 15 kW Nennwärmeleistung,
- offene Kamine,
- Grundöfen im gesetzlichen Sinn,
- Einzelraumfeuerungsanlagen in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung ausschließlich über solche Anlagen erfolgt,
- historische Anlagen, deren Herstellung oder Errichtung vor dem 1. Januar 1950 gegenüber dem Bezirksschornsteinfeger glaubhaft gemacht wird.
Die Ausnahme betrifft diese Übergangsregelungen. Sie befreit nicht von den übrigen Anforderungen an Brennstoffe und Betrieb. Nicht jeder Kachelofen ist ein Grundofen. Für eingemauerte Kamin- und Kachelofeneinsätze enthält § 26 Abs. 4 eine besondere Nachrüstungsregelung; die Einordnung muss anhand der konkreten Anlage erfolgen.
Binden Sie den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger frühzeitig ein. Klären Sie die passende Leistung, Verbrennungsluftversorgung, den Schornstein und die erforderlichen Nachweise vor dem Kauf. Für die Abgasableitung gelten insbesondere die Anforderungen des § 19 der 1. BImSchV.
Ein Staubabscheider kann Emissionen mindern. Seine Eignung für Ofen und Schornstein sowie die Anforderungen an die Nachrüstung müssen geprüft werden. Eine bauaufsichtliche Zulassung allein bestätigt noch nicht die Einhaltung der 1. BImSchV. Hinweis des DIBt.
Weniger Rauch im Alltag
So heizen Sie richtig
01
Den passenden Brennstoff wählen
Verwenden Sie trockenes, naturbelassenes Scheitholz oder geeignete Holzbriketts – jeweils nur, wenn der Hersteller sie für Ihren Ofen freigibt. Holzpellets und Hackschnitzel gehören nur in dafür geeignete Anlagen.
Kein Abfall ins Feuer: Lackiertes oder behandeltes Holz, Spanplatten, Verpackungen, Papier und Pappe sind kein Brennstoff für den privaten Kaminofen.
Bei Scheitholz muss die Holzfeuchte unter 25 % bezogen auf das Trockengewicht liegen (§ 3 Abs. 3). Holzfeuchte und Wassergehalt sind unterschiedliche Größen. Lagern Sie das Holz luftig und vor Niederschlag geschützt.
02
Richtig anzünden und Luft zuführen
Beachten Sie die Bedienungsanleitung – auch bei der Anzündmethode. Bei vielen Kaminöfen ist das Anzünden von oben geeignet, sofern es der Hersteller vorsieht. Verwenden Sie geeignete Anzünder.
Halten Sie die vorgegebene Holzmenge ein und regeln Sie die Luft nach Herstellerangabe. Drosseln Sie die Luft nicht, um das Feuer lange schwelen zu lassen.
03
Warten, reinigen, beraten lassen
Lassen Sie Ofen und Abgasweg regelmäßig fachgerecht prüfen und reinigen. Halten Sie die Termine des Feuerstättenbescheids und die Wartungsvorgaben des Herstellers ein.
Bei handbeschickten Festbrennstoffanlagen ist nach Errichtung oder Betreiberwechsel innerhalb eines Jahres eine Beratung durch das Schornsteinfegerhandwerk vorgeschrieben (§ 4 Abs. 8).
04
Asche sicher entsorgen
Lassen Sie die Asche vollständig auskühlen und vermeiden Sie Staub beim Umfüllen. Kalte Holzasche aus dem Haushalt gehört in den Restmüll.
Asche gehört nicht in den Garten, auf den Kompost oder in die Bioabfallsammlung. Entsorgungshinweise des Landkreises Mühldorf a. Inn.
Rechtsgrundlagen: § 3 – Brennstoffe · § 4 – Betrieb und Beratung. Praktische Hinweise: UBA-Ratgeber „Heizen mit Holz“.
Häufige Fragen
Gut zu wissen
Wie oft darf ich einen offenen Kamin nutzen?Offene Kamine dürfen nur gelegentlich betrieben werden (§ 4 Abs. 4 der 1. BImSchV). Sie sind nicht für die regelmäßige Raumheizung vorgesehen. Erlaubt sind nur naturbelassenes stückiges Holz oder Holzbriketts nach den dort genannten Vorgaben. Die Verordnung legt dafür keine allgemeine bundesweite Stunden- oder Tageszahl fest.
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Seine Verbrennung setzt aber unmittelbar CO₂ frei; außerdem entstehen Feinstaub und weitere Schadstoffe. Eine pauschale Aussage „klimaneutral“ wird den Auswirkungen auf Wälder, Klima und Luftqualität nicht gerecht. Prüfen Sie bei einer Heizungsentscheidung auch Alternativen und vermeiden Sie unnötiges Zusatzheizen.
Das freiwillige Umweltzeichen Blauer Engel (DE-UZ 212) kennzeichnet Kaminöfen mit strengeren Anforderungen an Schadstoffemissionen und einem erweiterten Prüfverfahren. Es bietet eine zusätzliche Orientierung beim Kauf; auch solche Öfen arbeiten nicht emissionsfrei.
Sprechen Sie die Ursache möglichst zunächst mit den Beteiligten an. Wiederkehrende Belastungen lassen sich mit Datum, Uhrzeit, Dauer und einer sachlichen Beschreibung dokumentieren. Technische Fragen klären Sie mit dem Schornsteinfegerhandwerk; bei anhaltenden immissionsschutzrechtlichen Problemen wenden Sie sich an das Landratsamt Mühldorf a. Inn – Immissionsschutz.
Verlässliche Informationen
Ratgeber & weiterführende Links
Ratgeber zum Nachlesen
Heizen mit Holz →
Umweltbundesamt · Ausgabe Juli 2023 · 36 Seiten · PDF auf der Zielseite
Die wichtigsten Tipps
Wenn, dann richtig! →
Umweltbundesamt · Faltblatt April 2023 · 6 Seiten · PDF auf der Zielseite
Technik zur Staubminderung
Staubabscheider →
Umweltbundesamt · Fachinformation, aktualisiert am 20. Februar 2026
Weitere Fachinformationen: DIBt – Staubabscheider · UBA – Kaminöfen und Alternativen.
Ihre Anlaufstelle bei der Stadt
Noch Fragen?
Wir helfen Ihnen bei der Orientierung und der Suche nach der zuständigen Stelle. Den technischen Zustand und die Anforderungen an Ihren Ofen klären Sie mit dem Schornsteinfegerhandwerk.
Rechts- und Informationsstand: 30. September 2026. Diese Seite informiert über private Kamin- und Einzelraumöfen. Für Zentralheizkessel und besondere Anlagen gelten teilweise andere Regelungen. Die Beurteilung der konkreten Feuerstätte bleibt erforderlich.